22.12.2019

Was war 2019 los?

Beginn 2019

Lang laaaannnng ist es her, seitdem der letzte Blog erschienen ist. Es war so viel los, dass nicht im Traum daran zu denken war, Zeit für das Erzählen von Geschichten zu finden.

Von daher erscheint jetzt im Wesentlichen eine Zusammenfassung von verschiedenen Ereignissen oder Vorfällen, um wieder das Gesamtbild in den Fokus zu bekommen.

Und das alles startet natürlich wieder mit Lucky. Er ist inzwischen ein 2 Jahre alter und 26 kg schwerer großer und sehr starker Hundejunge. Wir haben seeehr viel Zeit in sein Training investiert, um ihn so gut wie möglich zu erziehen und folgsam zu machen. Im Yacht Club und in der Seenotrettung ist er sehr beliebt und bekommt von allen, die er kennt, regelmäßig seine Streicheleinheiten, indem er sich vor ihnen auf den Rücken legt und sich dann alle mit ihm beschäftigen. Das ist die eine Seite von Lucky: Ein großer Kuschelbär.

Richard geht immer noch jeden Samstag Vormittag in die Hundeschule, wo er unter Anleitung unseres Trainers Jan, der inzwischen über 80 Jahre alt ist, mit Lucky trainiert. Lucky hat inzwischen die Bronze- und die Silberprüfung für Gehorsam mit großem Erfolg absolviert und hat am 16. November auch seine Goldprüfung mit Bravur bestanden.

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Ich gehe regelmäßig einmal in der Woche mit ihm zum Agility Training, wie ich es auch mit Benny gemacht habe. Lucky liebt es, über Hürden zu springen und durch Tunnel zu rennen und ist sehr gelehrig.

Das einzig Schwierige ist, dass er so auf mich fixiert ist, dass er mir nicht von der Seite weicht und ich ihn nur schwer von mir weg zu einem Hindernis schicken kann.

Es gibt noch eine andere Seite von Lucky: Er ist ein fantastischer Wachhund geworden und checkt alles aus, was um uns herum vor sich geht. Die geringste Änderung ist Grund, um uns sofort zu alarmieren. Wenn jemand hinter uns erscheint, den er nicht kennt, knurrt er, um uns zu informieren, dass sich jemand annähert. Seehunde, Kormorane oder Möven um unsere Boote werden sofort verjagt. Er hat eine spezielle „Sprache“ entwickelt, um uns mitzuteilen, dass sich unter Wasser ein Wal annähert. Wir müssen seine Informationen nur lesen können, dann sind wir bestens im Bilde über alles, was so um uns herum passiert. Wir legen ihn hinter uns am Geldautomaten ab und können sicher sein, dass sich niemand annähert. Wenn ihm jemand anders oder verdächtig erscheint, kann es passieren, dass wir ihn nur mit Mühe zügeln und an der Leine bändigen können.

Er ist permanent mit uns zusammen. Ich nehme ihn überallhin mit, kann ihn auch in Geschäften ablegen und mich entfernen. Er läuft morgens mit Richard 12 km und warnt ihn im Dunkeln, wenn sich eine Person von irgendeiner Seite aus annähert.

Im Auto liegt er am liebsten an meinen Füßen auf der Beifahrerseite, wie wir es ihm als Hundebaby beigebracht haben, obwohl er inzwischen sehr viel größer geworden ist.

Der positive Einfluss von Benny auf Lucky, der in der kleinen Urne immerzu auf unserem Boot präsent ist, ist unserer Meinung stark spürbar. Wir haben den besten Hund, den man sich wünschen kann.

Diese beiden Hundejahre waren aber auch für mich sehr bezeichnend. Ich hatte mehrere Male schwer mit Verletzungen zu tun, die ich mir durch andere Hunde zugezogen habe, die mit Lucky spielen. Ich bin über den Haufen gerannt worden und hatte Probleme mit Wirbelsäule, Armmuskulatur und Knien. Jetzt wird auch das Leben für mich wieder normaler und  verletzungsfreier.

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Botswana

Anfang April 2019 starteten wir zu unserem nächsten großen Trip nach Botswana. Unser Auto wurde mit Mosquitonetzen ausgerüstet und wir waren mit Mengen an Malariaprophylaxe von homöopathischer und natürlicher Beschaffenheit bis hin zu chemischen Keulen versorgt.

Unsere Hauptwaffe war Zitrusöl, mit dem wir uns regelmäßig von Kopf bis Fuß eingerieben haben. Schon nach kurzer Zeit wurde ich als Miss Citronella betitelt.

Zwei Autos und insgesamt 4 Personen starteten wir Richtung Norden.

Leider wurde unser Urlaubsbeginn nach zwei Tagen an der letzten Tankstelle in Südafrika vor dem Grenzübergang nach Botswana durch das Stehlen meines Rucksackes aus dem Auto getrübt. Kreditkarten, ein Handy, unser beider Geldbeutel sowie Richard’s südafrikanische ID und Führerschein- alles weg.

Im Auto sitzend mit meinem Handy konnten wir die Banken informieren und unsere Karten sperren.

 

Bei der örtlichen Polizeidienststelle wurde ein Fall von Räuberei eröffnet und wir konnte in einem Video sehen, wie der Dieb sich dem Auto annäherte, die Fahrertür öffnete und mit unseren Sachen verschwand.

 

Ich wollte alles hinschmeißen und zurück nach Simon’s Town. Aber da war gar nicht daran zu denken. Wir hatten noch eine Kreditkarte, unsere deutschen Pässe, beglaubigte Kopien von allen gestohlenen Papieren sowie unser Bargeld und machten uns auf den Weg nach Botswana.

 

 

 

 

 

 

Schon kurz nach der Grenze ließ uns ein neues Straßenschild ungläubig schauen: Vorsicht vor Elefanten!

Wir fuhren zwischen massiven Schlaglöchern Slalom auf einer botswanischen „Autobahn“, auf der zwischen 80 und 100 Stundenkilometer erlaubt waren. Es ist lebensgefährlich nachts zu fahren, da man mit Elefanten, Ziegen und Schafen sowie Kühen und Eseln und natürlich Personen mitten auf der Fahrbahn rechnen muss.

Die Polizei ist so korrupt wie auch in anderen afrikanischen Staaten und mittels einer Straßensperre und einer Menge an falschen Beschuldigungen wollten sie uns dazu bringen, 1000 botswanische Pula unter Androhung von Gefängnis zu zahlen. Wenn man es nicht selbst erlebt, kann man diese Geschichten nur schwer glauben.

Wir durchquerten alle Parks in Botswana und besuchten die Guma-Lagune, wo wir uns einen Helikopterflug leisteten.

 

Wir übernachteten in offenen Buschcamps mit allen möglichen wilden Tieren um uns herum, hörten die Tierlaute in der Nacht und sahen die Spuren von Elefanten, Hippos und anderen Tieren am nächsten Morgen direkt neben unserem Camp. Es war die Zeit, wo die Jungen geboren wurden und wir begegneten vielen Tierfamilien mit Nachwuchs. Die Eindrücke waren fantastisch und sind nicht mit Worten zu beschreiben.

Auf dem Rückweg durchquerten wir die Central- Kalahari mit ihrer endlosen Einsamkeit und vielen Sandtracks, durch die wir die beiden Autos steuern mussten. In dieser Region waren wir komplett auf uns alleine gestellt und mussten einschließlich Diesel und Wasser sowie Proviant alles selbst dabei haben.

Nach vier Wochen Auszeit mussten wir uns dann wieder auf den Heimweg machen. Eine Autopanne mit gebrochenem Getriebeschaft bescherte uns dann noch einen speziellen Höhepunkt: Wir wurden auf einem Abschleppwagen 400 Kilometer weit bis Beaufort-West transportiert.

Durch die unglaubliche Intervention einer guten Freundin in Simon‘ Town machten ihre Tochter und deren Partner, der im Hauptmanagement von Toyota in Johannesburg arbeitet, Unmögliches möglich!!!

Nachts um 22 Uhr am 1. Mai wurde das Tor der Toyota Zentrale in Beaufort –West für uns geöffnet und unser Auto für die Nacht sicher untergebracht. Zwei Tage später wurde nach der Ankunft der Ersatzteile unser Auto repariert – auf Kulanz von Toyota!!! Vielen, vielen Dank für diese Aktion und Unterstützung!

 

Und Dank unserer Führer Andrew und Kevin durften wir einen unvergesslichen Urlaub erleben.

 

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Bootsnachrichten

Nach unserer Ankunft gab es ein unschönes Erwachen, was unser Boot Mariah anbetraf. Unser Schreiner Hans, der es nach wiederholten Bitten im letzten Jahr nicht geschafft hatte, das Boot in einen sicheren und segelfähigen Zustand zu versetzen, hatte es auch in diesen vier Wochen nicht geschafft, in seiner Arbeit weiter zu kommen. Ein ernstes Gespräch mit ihm führte dazu, dass er beleidigt war und das Handtuch warf.

Was anfänglich wie eine Katastrophe aussah, ergab sich dann als das Glück schlechthin. Unser Stahlarbeiter mit seinen zwei Arbeitern sprang unverzüglich in die Bresche und jetzt, ein halbes Jahr später, ist unser Boot segelfertig und war das erste Mal als gemütliche und im Wind und Seegang rollende Unterkunft für meinen Bruder und seine Frau zugange.

Unser Boot ist nun auch in Südafrika registriert, so dass wir auch offiziell die Landesgrenze übersegeln und in ein anderes Land einreisen dürften.

Jetzt müssen wir nur noch mit dem Segeln anfangen! Und wir müssen richtig an der Basis anfangen, um sicher aus und wieder in unseren Liegeplatz zu manövrieren.

Unser großes Boot wartet immer noch darauf, dass ein neuer Slinglift fertig gestellt wird, um unser Boot wieder an Land bringen und das Unterwasserschiff bearbeiten und einige andere nötige Arbeiten angehen zu können.

In der Zwischenzeit ist es aber auch hier an Bord nicht langweilig.

Da unser alter Generator den Geist aufgegeben hat, mussten wir einen neuen Generator bestellen, der natürlich größere Maße hat und weder durch die Öffnung unseres Maschinenraumes passte noch in den für den Generator vorgesehenen Raum innerhalb des Maschinenraumes.

Kurz gesagt: Alles außer der großen Merzedes -Maschine musste ausgebaut werden einschließlich der stählernen Basis für Kompressor und Generator. Alle Schläuche und Filter mussten gewechselt werden, neue elektrischen Kabel eingezogen und die Geräte neu plaziert werden. Der alte Wassermacher wurde aus- und in unser kleines Boot eingebaut, ein neuer 30 Liter Watermaker wird in Camaheto installiert.

Wir sind noch mitten in den Umbauarbeiten und mitunter ist es recht eng und ungemütlich in unserem Cockpit. Die seitliche Stahlwand zum Maschinenraum wurde aufgeschnitten, um den Einstieg zu vergrößern und wird mittels Scharnieren als Klappwand wieder montiert. Und der neue Generator- Inverter muss gekoppelt werden mit dem Camaheto- Inverter. Und und und…

 

Aber wir sehen jetzt Licht am Ende des Tunnels und blicken hoffnungsvoll in die nähere Zukunft. Dann haben wir zwei funktionsfähige Boote und auch etwas mehr Raum für uns beide. Wenn das große Boot an Land ist , haben wir von nun an eine Ersatzunterkunft.

Und wir starten mit einer neuen Beschäftigung für uns und Lucky in der Segelgemeinschaft des Clubs.

Bootsleben ahoi!

 

 

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