1.06.2018

Überraschungen – Kurzurlaub – Lucky

Überraschungen

Dass unser Hund Benny an Blasenkrebs erkrankt war, wussten wir seit Mitte Januar 2017. Die sofortige Behandlung mit chemischen sowie homöopathischen und natürlichen Medikamenten war so erfolgreich, dass innerhalb weniger Wochen das Krebsgeschwür um mehr als die Hälfte seiner Größe schrumpfte und inaktiv erschien. Alle 6 bis 8 Wochen wurde ein Screening gemacht, welche ohne Ausnahme nur positive Ergebnisse brachten. Wir waren sehr glücklich und hatten den Krebs so gut wie vergessen.

 

Wie aus heiterem Himmel kam für uns dann Mitte September die schlimme Hiobsbotschaft, dass der Krebs begonnen hatte, Bennys Harnleiter zu durchfressen und wir ihn in der Tierklinik hier und jetzt einzuschläfern hatten.

Wir betraten die Klinik mit Benny und verließen sie eine halbe Stunde später nur mit Leine und Halsband in der Hand.

Es war ein massiver Schock für uns beide und ich bin zusammengeklappt. Das Boot war schlagartig so leer und wir beide so unendlich einsam und traurig. Bennys Asche ist nun in einer kleinen roten Urne bei uns im Boot.

Die Reaktion der Menschen um uns herum auf Bennys Tod war für uns eine unerwartete und ausschließlich positive Überraschung. Sie brachten Blumen oder Kuchen, umarmten uns wo immer sie uns trafen und trauerten mit uns.

In Facebook erhielten wir mehr als 50 Eintragungen mit Beileidsbekundungen und Erinnerungen an Benny. Es war unglaublich!

Hier sind Hunde bei den meisten Menschen Teil der Familie. Sie beschützen die Menschen und werden als treue Freunde und Begleiter geschätzt und geliebt. In Deutschland sind sie oft nicht mehr als ein Luxusartikel.

 

Kurzurlaub

Nach 3 Wochen Leben auf dem Boot ohne Benny beschlossen wir, uns eine Auszeit zu gönnen und Abstand zu gewinnen zu unserem täglichen Leben, in dem wir auf Schritt und Tritt Benny vor uns sahen.

Wir buchten ein winziges 1 Zimmer Cottage mit Bad im Karoo auf einer Farm. Einfachste, aber saubere Ausstattung mit Frühstück und Abendessen, welches beides von der Farmerin mit dem Auto jedesmal frisch bei uns angeliefert wurde und ausgezeichnet und reichlich war.

Wir fuhren durch die Baviaansschlucht und genossen die raue Landschaft auf einigen wenigen, aber eindrucksvollen 4×4 Trips.

In diesen 5 Tagen begegneten uns überall Hunde und ganz langsam begann der Gedanke an ein neues Hundekind in uns zu wachsen.

 

Lucky

Plötzlich ging alles ganz schnell. Weil ich jeden Tag über mehrere Wochen immer einige Tränen vergossen hatte, war Richards Entschluss gefasst: Ein Hundebaby muss her!

In Jeffreys Bay wurden 8 Wochen alte Welpen angeboten und einige Tage später waren wir unterwegs, um unser Baby abzuholen, ein Mix aus Border Collie und Australian Cattle Dog.

Zu diesem Zeitpunkt stand noch nicht fest, welches Junge wir eventuell nehmen wollten. Von den letzten übrigen Welpen war nur ein kleiner Hundebub an uns interessiert. Er schmiegte sich sofort in unsere Arme und wir bekamen permanent nasse Küsse.

Die Entscheidung war gefallen und der Name stand für uns sofort fest: LUCKY!

Wir waren so glücklich, ihn gefunden zu haben und hoffen, dass er auch mit uns glücklich sein wird.

 

Langeweile kommt hier nun gar nicht auf, obwohl wir dieses Jahr auf große Reisen verzichten, um uns ganz unserem neuen Hund widmen zu können.

Er hält uns gewaltig auf Trab und es macht einen riesigen Unterschied einen Welpen in Haus mit Garten oder auf einem Boot aufzuziehen.

 

Alle 2-4 Stunden Tag und Nacht mussten wir ihn die ersten Wochen zum Erledigen diverser Geschäftchen nach draußen auf den Pontoon tragen.

Der Steg vor dem Einstieg sowie unser Achterschiff bekamen einen Plastikrasen und überall ist Spielzeug angebunden.

Das Achterschiff selbst wurde mit einem grünen Netz überspannt, um Schatten zu bekommen.

Unser Hundekind war am 3. April 6 Monate alt und macht sich sehr gut. Und er wächst immer noch. Er ist voller Tatendrang und kann sich auch im Kontrollraum der Seenotrettung selbst unterhalten, indem er hinter unserem Rücken z.B. den Müll zerlegt, während wir beschäftigt sind.

Wir sind voll in Beschlag genommen in unserem Hundebabyjahr mit Hundeschule, Training, Spaziergängen und play dates.

Ende April fuhren wir für 5 Tage auf eine Farm, wo er Pferde, Katzen, Hühner etc… kennenlernen konnte.

 

 

 

 

 

 

 

Und schwimmen lernte.

Am Ostersonntag marschierten wir in einer Menge von ca. 300 Hunden mit, zum Geburtstagsandenken an den berühmten Navihund Just Nuisance. Es war beeindruckend. Manche Hunde waren richtig verkleidet und sahen toll aus. Lucky meisterte diese Aktion mit Bravour.

 

 

 

Er ist ein richtiger Outdoorhund und liebt es im Freien zu sein. So schläft er auch gerne bei Wind und Wetter außen an Deck, z.B auf meinem Trampolin.

Über Weihnachten hat uns Sven besucht, was wunderschön war. Wir haben es sehr genossen, ihn für einige Tage hier zu haben. Da war Lucky noch ein kleines Baby und Sven hat uns mit Rat und Tat bei der Hundeerziehung unterstützt.

So sah Lucky in Schwimmweste Anfang Januar aus.

Und das ist Lucky mit Schwimmweste heute im Dinghy. Er liebt es mit dem Schlauchboot unterwegs zu sein.

Lucky schaut mittlerweile schon recht gefährlich aus mit seinem sehr dunklen, überwiegend schwarzen Gesicht. Und mit seiner beachtlichen Größe und seiner Stärke beeindruckt er sowieso.

 

Und das ist genau das, was wir zu unserer Sicherheit brauchen.

Hier nimmt leider die Rate an Überfällen immer mehr zu. Am Strand, im Gebirge, wo auch immer: Vorsicht ist geboten. Meist stechen sie mittlerweile erst zu und schauen dann nach, ob du vielleicht ein Handy oder Geld bei dir hast. Auch das gehört hier mittlerweile leider schon zum Alltag.

Die Ranger schicken nun Fahrzeuge in die Berge und patrouillieren, um Präsenz zu zeigen und abzuschrecken. Aber die Gebiete sind viel zu großflächig, um wirklich wirksam aktiv sein zu können.

Vor einigen Wochen wurde ein Mann erstochen, um sein Bike zu stehlen: Direkt neben der Hauptstraße mit einer Polizeikontrolle in nächster Nähe. Niemand hat etwas bemerkt.

9 Leute wandern in einer Gruppe oberhalb von Kalk Bay. Zwei Unbekannte gesellen sich dazu, fragen, ob sie sich anschließen dürfen und wandern am Ende der Schlange mit. In einer uneinsehbaren Senke stechen sie die anderen vor ihnen ab. Da kann man nicht mehr viel dazu sagen.

Und wir beginnen gerade wieder damit, kurze Wanderungen zu unternehmen und wollen uns eigentlich nicht einschüchtern lassen. Wir nehmen nicht einmal mehr einen Rucksack mit. Nur ein uraltes Handy für Notfälle ist in der Hosentasche. Und Lucky ist neben uns. Er ist ein richtiger Hütehund, weicht nicht von unserer Seite und scannt permanent die Umgebung.

Er bewacht auch schon das Boot. Wenn ihm etwas nicht geheuer ist, beginnt er sofort zu knurren oder bellt kurz und scharf, dass wir aufmerksam werden und nachschauen.

Leider versucht er auch, uns beide als Herde zusammenzuhalten und das heißt, dass er vor allem mich immer wieder von hinten in die Waden zwickt oder mir von hinten regelrecht ein Bein stellt, indem er mit einem seiner Vorderläufe zwischen meine Beine schlägt und mein Bein stoppt.

Richard gibt mir dann immer wieder lachend die Variante zu entscheiden, ob ich gerade eine Kuh (Australian Cattle Dog) oder ein Schaf (Border Collie) sei. HAHAHA!

Die Kommentare sind geschlossen.

Kategorien